Felsenburg Struhanken (Stohánek) bei Hammer am See (Hamr na Jezeře)


In der unmittelbaren Nähe der Sommerfrische Bad Hammer am See (Hamr na Jezeře) gibt es neben der Burg Dewin noch eine weitere kleine Burg auf einen nicht allzu großen einzelnstehenden Sandsteinfelsen, den Struhanken (Stohánek). Um dahin zu gelangen, muss man von Wartenberg (Stráž pod Ralskem) kommend kurz vor Hammer rechts einbiegen und solange die Ortsumgehungsstraße (die hinter dem Dewin übrigens in einer Sackgasse endet) folgen, bis an einer im Wald gelegenen Datschensiedlung ein schlecht asphaltierter Weg rechts abgeht. Diesen Weg kann man zu Fuß folgen, wobei man an einem sehr schönen langgestreckten Teich, an dem es im Sommer von Libellen und Wasserjungfern nur so wimmelt, vorbeikommt. Er nennt sich „Schwarzer Teich“. 

Er ist auch dahingehend interessant, da er an einem Ende eine ausgedehnte moorige Verlandungszone besitzt, in der man Massenbestände von Wollgras und des sonst seltenen rundblättrigen Sonnentaus (Drosera rotundifolia), einer fleischfressenden Pflanze, beobachten kann.


Am Ende des Weges gelangen wir an einen kleinen Platz, wo die von Niemes (Mimon) kommende Waldstraße mit unserem Weg zusammen trifft. Am Rande des Platzes steht ein auffälliges Denkmal für den tschechischen General Antonin Sochor, der 1950 bei einem Verkehrsunfall unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen ist. Blickt man von dieser Stelle aus in Richtung Niemes (Mimon), dann erkennt man einen nicht sehr auffälligen Sandsteinmonolithen hinter den Bäumen herausragen, der auf dem Gipfel bewaldet ist. Diesen wollen wir jetzt besuchen. Der „Einstieg“ befindet sich etwas unterhalb der Straße und führt über einen Trampelpfad zum Fuß des Felsens. Wenn man möchte, kann man den Sandsteinblock auch einmal ganz umrunden um zu sehen, dass es wirklich nur eine Aufstiegsmöglichkeit gibt. Der Aufstieg besteht aus einer in eine Längsspalte des Felsens gehauene Treppe, die teilweise noch die Reste eines Geländers aufweist. Die insgesamt 14 Nischen auf der rechten Seite enthielten einmal Heiligenbilder, als der Aufstieg noch als Kreuzweg genutzt wurde.

Die Felsenburg

Von der Felsenburg selbst ist nur noch ein rechteckig ausgehauener Raum erhalten geblieben. Alle Holzbauten der Burganlage sind natürlich längst vergangen. Man kann sich deshalb nur sehr schwer vorstellen, wie sie einst ausgesehen haben mag. Man findet im Fels nur noch allenthalben Vertiefungen, welche ursprünglich die Balken aufgenommen und stabilisiert haben. 

Geschichte der Burg

Die Geschichte dieser kleinen Felsenburg muß man im Zusammenhang mit der nicht weit entfernten Burg Dewin sehen. Sie wurde im Jahre 1427 von Benedict von Wartenberg angelegt und kurze Zeit später (1432) bereits wieder an Zbiněk von Waldstein verkauft. Ihre Funktion kann höchstens in einer Vorburg der bedeutend mächtigeren Burg Dewin bestanden haben. Aber auch der Herr von Waldstein konnte sich nicht lange daran erfreuen. Aufzeichnungen berichten, daß sie 1441 durch Truppen des Sechsstädtebundes erobert und restlos zerstört worden ist. Einige Jahrhunderte später (genauer von 1740-1783) diente die geräumige Gipfelhöhle sowie eine davor befindliche Kapelle (von der einige Wandnischen erhalten geblieben sind) noch eine zeitlang als Behausung eines Eremiten, der wahrscheinlich auch die Nischen der Heiligenbilder für den Kreuzgang angelegt hat.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann man unter der Agide von Bergvereinen den Felsen touristisch zu erschließen. Dazu wurde der total verschlissene alte Zugang mit einer neuen Treppe und mit einem eisernen Geländer ausgestattet. Im oberen Rondell vor der Wohnhöhle haben sich die einheimischen Leute oft bei einem Lagerfeuer getroffen und dabei das eine oder andere Bier getrunken. Heute dürfte das nicht viel anders sein, wie die permanent vorhandene Feuerstelle beweist.

Der knapp 40 Meter hohe Sandsteinfelsen steht seit 1995 unter Schutz. Auf ihm stockt ein lichter Kiefern-Eichen-Mischwald mit einer interessanten Bodenflora, von der z.B. der Alpenklee (Trifolium alpestre) und der Edel- Gamander (Teucrium chamaedrys) besonders zu erwähnen sind.

Von seinem Gipfel hat man einen schönen Blick auf die gegenüberliegende, ca. 250 Meter breite und 30 Meter hohe senkrechte „Lange Wand“ (Dlouhý kámen).

 „Struhanken“ bezeichnet im ehemaligen deutschen Dialekt einen Heuschober, was auf die Form des Felsen hinweist. Der ursprüngliche Name der Burg war wahrscheinlich Schauenstein.
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GPS-Koordinaten:  50° 40' 27.217" N / 14° 50' 33.709" E

Struhanken in Wikipedia
Struhanken in www.ohradech.eu


Ähnlich wie der Oybin im Zittauer Gebirge - aber viel, viel kleiner - ist der Struhanken ein monolithischer Sandsteinfelsen von 30 bis 40 m Höhe über der Umgebung.
Grundriss der Burg Struhanken


Aufgang zum Burgfelsen



Reste der in den Fels gehauenen "Höhle"...


Blick hinüber zur "Langen Wand"...

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